Sustainability Congress 2008Eine Standortbestimmung der nachhaltigen Fondsindustrie anlässlich des gerade veranstalteten Sustainability Congresses 2008 lässt nach unserer Einschätzung derzeit unter anderem folgende Schlüsse zu: 1. Die Produktpalette nachhaltiger Investments wird zunehmend größer und vielseitiger. Interessierte Anleger können mittlerweile allein schon innerhalb der Gruppe offener Publikumsfonds aus einem Angebot von mehr als 180 Produkten wählen, dass annähernd die gesamte Bandbreite gewünschter Assetklassen abdeckt. Es entsteht der Eindruck eines „Paralleluniversums“, das sich alternativ zur übrigen Fondswelt entwickelt. Die Analyse themenorientierter Produkte aus den Bereichen Versicherungen und Beteiligungen würde wahrscheinlich zu ähnlichen Einschätzungen führen. 2. Bei den Neuauflagen lassen sich vor allem zwei Trends ablesen: Zum einen werden immer mehr Themenfonds konzipiert. Das Angebot reicht von Wasser über Zukunftsressourcen bis hin zu ethischen Investments. Zum anderen rüstet sich die nachhaltige Investmentwelt analog zu der „herkömmlichen“ für die Abgeltungssteuerkampagnen im zweiten Halbjahr und entwickelt zu diesem Zweck ein wachsendes Angebot ökologischer Misch- (Dachfonds) mit Vermögensverwaltungscharakter. 3. Immer häufiger berücksichtigen auch die Manager der nicht als nachhaltig definierten Fonds ökologische, soziale oder ethische Selektionskriterien bei der Auswahl ihrer Titel. Angesichts dieser Tatsache könnte die Konturen zwischen „nachhaltig“ und „konventionell“ gemanagten Fonds langfristig verwischen, was nebenbei bemerkt auch von einer wachsenden Zahl von Marktbeobachtern erwartet wird. 4. Die seit Jahrzehnten geführte Debatte über die mögliche Out- oder Underperformance nachhaltiger Investmentstrategien scheint erfreulicherweise zu erlahmen und an Bedeutung zu verlieren. Es entwickelt sich vielmehr dahin gehend ein Konsens, dass Sustainability Investments trotz eines eingeschränkten Anlageuniversums genauso hohe Renditen erzielen können, wie andere Produkte, die diese zusätzlichen Kriterien außer Acht lassen. Die Höhe realisierbarer Renditen korreliert deutlich stärker mit der Güte des Managements, als mit der Ethik des Investmentansatzes. 5. Die Akzeptanz und Nachfrage hinsichtlich nachhaltiger Investments steigt, was nicht nur an den verwalteten Volumina (ca. 30 Mrd. Euro bei offenen Publikumsfonds) abgelesen werden kann, sondern auch an der Häufigkeit der Berichterstattung in den Medien und der Resonanz der Berater, Vertriebe und Anleger. Kommentar Björn Drescher: „Nachhaltige Investments sind auf dem Vormarsch! Sie haben sich aus dem Exotenimage freigeschwommen und werden die Investmentwelt nachhaltig verändern. Ihre Daseinsberechtigung ist genauso unbestritten, wie ihr indirekter Einfluss auf das übrige Investmentuniversum. Die Absatzzahlen nachhaltiger Investments belegen, dass immer mehr deutsche Anleger mit ihren Geldanlagen einen Beitrag zur nachhaltigen Wirtschaft leisten wollen und können“. Hintergrundinformation: Der Sustainability Congress wurde im Jahre 2005 von der Drescher & Cie GmbH initiiert und mit Unterstützung mehrerer Hauptsponsoren aus dem Kreis nachhaltiger Produktanbieter (darunter die Ökorenta AG, das Bankhaus Sarasin & Cie und Pictet Funds) verwirklicht. Veranstalter der jährlichen Tagung ist die extra zu diesem Zweck gegründete Sustainability Congress GmbH, deren alleiniger Gesellschaft der Verein zur Förderung des Sustainability Gedankens e.V. ist. Der Kongress hat sich in den vergangenen Jahren zur größten Fachkonferenz für nachhaltige Geldanlagen innerhalb der deutschen Investmentindustrie entwickelt. Wer sich für diese Veranstaltungsreihe interessiert, sollte sich bereits heute den Termin des nächsten Kongresses am 5. und 6. Mai 2009 vormerken.
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