05/08 4. Sustainability Congress PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 14. Mai 2008 um 00:00 Uhr
Sustainability Congress 2008

Eine Standortbestimmung der nachhaltigen Fondsindustrie anlässlich des gerade veranstalteten
Sustainability Congresses 2008 lässt nach unserer Einschätzung derzeit unter anderem folgende
Schlüsse zu:

1. Die Produktpalette nachhaltiger Investments wird zunehmend größer und vielseitiger.
Interessierte Anleger können mittlerweile allein schon innerhalb der Gruppe offener
Publikumsfonds aus einem Angebot von mehr als 180 Produkten wählen, dass annähernd
die gesamte Bandbreite gewünschter Assetklassen abdeckt. Es entsteht der Eindruck eines
„Paralleluniversums“, das sich alternativ zur übrigen Fondswelt entwickelt. Die Analyse
themenorientierter Produkte aus den Bereichen Versicherungen und Beteiligungen würde
wahrscheinlich zu ähnlichen Einschätzungen führen.

2. Bei den Neuauflagen lassen sich vor allem zwei Trends ablesen: Zum einen werden
immer mehr Themenfonds konzipiert. Das Angebot reicht von Wasser über
Zukunftsressourcen bis hin zu ethischen Investments. Zum anderen rüstet sich die
nachhaltige Investmentwelt analog zu der „herkömmlichen“ für die
Abgeltungssteuerkampagnen im zweiten Halbjahr und entwickelt zu diesem Zweck ein
wachsendes Angebot ökologischer Misch- (Dachfonds) mit Vermögensverwaltungscharakter.

3. Immer häufiger berücksichtigen auch die Manager der nicht als nachhaltig definierten
Fonds ökologische, soziale oder ethische Selektionskriterien bei der Auswahl ihrer
Titel. Angesichts dieser Tatsache könnte die Konturen zwischen „nachhaltig“ und
„konventionell“ gemanagten Fonds langfristig verwischen, was nebenbei bemerkt auch von
einer wachsenden Zahl von Marktbeobachtern erwartet wird.

4. Die seit Jahrzehnten geführte Debatte über die mögliche Out- oder Underperformance
nachhaltiger Investmentstrategien scheint erfreulicherweise zu erlahmen und an
Bedeutung zu verlieren. Es entwickelt sich vielmehr dahin gehend ein Konsens, dass
Sustainability Investments trotz eines eingeschränkten Anlageuniversums genauso hohe
Renditen erzielen können, wie andere Produkte, die diese zusätzlichen Kriterien außer Acht
lassen. Die Höhe realisierbarer Renditen korreliert deutlich stärker mit der Güte des
Managements, als mit der Ethik des Investmentansatzes.

5. Die Akzeptanz und Nachfrage hinsichtlich nachhaltiger Investments steigt, was nicht
nur an den verwalteten Volumina (ca. 30 Mrd. Euro bei offenen Publikumsfonds) abgelesen
werden kann, sondern auch an der Häufigkeit der Berichterstattung in den Medien und der
Resonanz der Berater, Vertriebe und Anleger.

Kommentar Björn Drescher:
„Nachhaltige Investments sind auf dem Vormarsch! Sie haben sich aus
dem Exotenimage freigeschwommen und werden die Investmentwelt nachhaltig verändern. Ihre
Daseinsberechtigung ist genauso unbestritten, wie ihr indirekter Einfluss auf das übrige
Investmentuniversum. Die Absatzzahlen nachhaltiger Investments belegen, dass immer mehr
deutsche Anleger mit ihren Geldanlagen einen Beitrag zur nachhaltigen Wirtschaft leisten wollen und
können“.

Hintergrundinformation:
Der Sustainability Congress wurde im Jahre 2005 von der Drescher & Cie GmbH initiiert und mit
Unterstützung mehrerer Hauptsponsoren aus dem Kreis nachhaltiger Produktanbieter (darunter die
Ökorenta AG, das Bankhaus Sarasin & Cie und Pictet Funds) verwirklicht. Veranstalter der jährlichen
Tagung ist die extra zu diesem Zweck gegründete Sustainability Congress GmbH, deren alleiniger
Gesellschaft der Verein zur Förderung des Sustainability Gedankens e.V. ist. Der Kongress hat sich in
den vergangenen Jahren zur größten Fachkonferenz für nachhaltige Geldanlagen innerhalb der
deutschen Investmentindustrie entwickelt. Wer sich für diese Veranstaltungsreihe interessiert, sollte
sich bereits heute den Termin des nächsten Kongresses am 5. und 6. Mai 2009 vormerken.

 

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