Schnäppchenjagd an den AktienbörsenDrescher & Cie sieht Kaufgelegenheit für Aktienfonds Ein Kommentar von Dirk Arning, Kapitalmarktexperte bei Drescher & Cie Die dramatischen Entwicklungen auf den Kapitalmärkten haben Anleger stark verunsichert. Zuletzt mehrten sich die Stimmen, die auf die Verlust bei Aktieninvestments hinweisen und Privatanlegern von Aktienanlagen abraten, ja sogar bei vorhandenen Anteilsscheinen zum Verkauf raten. Diese Empfehlung erscheint Drescher & Cie zu pessimistisch, denn die Aktienkurse spiegeln bereits die Erwartung einer schweren Wirtschaftskrise wider. Die Gefahr für eine Krise wie 1929 ist aber klein. Auch Verweise auf die dreijährige Baisse von 2000 bis 2003 sind irreführend. Die Ausgangslage ist kaum vergleichbar. Heute sind die meisten Aktiengesellschaften mit mehr Eigenkapital ausgestattet, hochprofitabel und besser als damals auf einen Abschwung vorbereitet. Viele Aktienverkäufe sind bereits kopflos erfolgt. Der Niedergang der Aktienkurse ist nur noch mit der Erwartung einer schweren Depression zu erklären. Wenn es aber nicht zum wirtschaftlichen Weltuntergang kommt, sind die jetzigen Aktienkurse Schnäppchen. Wer noch investiert ist, sollte an seinen Aktienengagements grundsätzlich festhalten. Dies gilt insbesondere für langfristig gut gemanagte Aktienfonds. Zum Verkauf rät Drescher & Cie dagegen unverändert bei Zertifikaten. Hier hat die Krise gezeigt, dass die seit Jahren wiederholten Warnungen vor dem Emittentenrisiko angebracht waren. Der Investmentfonds stellt dagegen ein gesetzlich geschütztes Sondervermögen dar, das bei einer Bankpleite nicht angetastet wird. Nachdem ein ausreichender Banken-Rettungsplan in den USA verabschiedet ist, könnte die Angst rasch aus den Märkten weichen und damit einer Kurserholung den Weg ebnen. Die Angst vor einer inflationären Wirkung der staatlichen Hilfspakete ist nicht angebracht. Vielmehr geht es jetzt darum, die deflationäre Wirkung des kollabierenden Kreditmarktes abzufangen. In der Krise ist mehr als eine Billion Dollar Buchgeld verschwunden. Das muss ersetzt werden. Die Kritik, für andere Probleme wird nicht einmal ein Bruchteil der jetzt mobilisierten Geldbeträge aufgebracht. Mit der Notenbankpresse lässt sich der Hunger in der Welt leider nicht besiegen, die Finanzkrise schon. Denn Geld lässt sich nicht essen, aber es stopft die Schwarzen Löcher in den Bankbilanzen.
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