07/08 Schnäppchenjagd an den Aktienbörsen PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 01. Oktober 2008 um 00:00 Uhr
Schnäppchenjagd an den Aktienbörsen

Drescher & Cie sieht Kaufgelegenheit für Aktienfonds

Ein Kommentar von Dirk Arning, Kapitalmarktexperte bei Drescher & Cie

Die dramatischen Entwicklungen auf den Kapitalmärkten haben Anleger stark verunsichert.
Zuletzt mehrten sich die Stimmen, die auf die Verlust bei Aktieninvestments hinweisen und
Privatanlegern von Aktienanlagen abraten, ja sogar bei vorhandenen Anteilsscheinen zum
Verkauf raten. Diese Empfehlung erscheint Drescher & Cie zu pessimistisch, denn die
Aktienkurse spiegeln bereits die Erwartung einer schweren Wirtschaftskrise wider. Die
Gefahr für eine Krise wie 1929 ist aber klein. Auch Verweise auf die dreijährige Baisse von
2000 bis 2003 sind irreführend. Die Ausgangslage ist kaum vergleichbar. Heute sind die
meisten Aktiengesellschaften mit mehr Eigenkapital ausgestattet, hochprofitabel und besser
als damals auf einen Abschwung vorbereitet.

Viele Aktienverkäufe sind bereits kopflos erfolgt. Der Niedergang der Aktienkurse ist nur
noch mit der Erwartung einer schweren Depression zu erklären. Wenn es aber nicht zum
wirtschaftlichen Weltuntergang kommt, sind die jetzigen Aktienkurse Schnäppchen. Wer
noch investiert ist, sollte an seinen Aktienengagements grundsätzlich festhalten. Dies gilt
insbesondere für langfristig gut gemanagte Aktienfonds. Zum Verkauf rät Drescher & Cie
dagegen unverändert bei Zertifikaten. Hier hat die Krise gezeigt, dass die seit Jahren
wiederholten Warnungen vor dem Emittentenrisiko angebracht waren. Der Investmentfonds
stellt dagegen ein gesetzlich geschütztes Sondervermögen dar, das bei einer Bankpleite
nicht angetastet wird.

Nachdem ein ausreichender Banken-Rettungsplan in den USA verabschiedet ist, könnte die
Angst rasch aus den Märkten weichen und damit einer Kurserholung den Weg ebnen. Die
Angst vor einer inflationären Wirkung der staatlichen Hilfspakete ist nicht angebracht.
Vielmehr geht es jetzt darum, die deflationäre Wirkung des kollabierenden Kreditmarktes
abzufangen. In der Krise ist mehr als eine Billion Dollar Buchgeld verschwunden. Das muss
ersetzt werden. Die Kritik, für andere Probleme wird nicht einmal ein Bruchteil der jetzt
mobilisierten Geldbeträge aufgebracht. Mit der Notenbankpresse lässt sich der Hunger in der
Welt leider nicht besiegen, die Finanzkrise schon. Denn Geld lässt sich nicht essen, aber es
stopft die Schwarzen Löcher in den Bankbilanzen.

 

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