| 03/10 Sustainable Investments |
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Roundtablegespräch vom 28.04.2010 Sustainable Investments in Deutschland: Eine StandortbestimmungDas Interesse an nachhaltigen Investmentprodukten wächst; aber nur dort, wo auch die Performance stimmt! Die Fachleute waren sich einig, dass die Nachfrage nach Sustainable-Investments dem Zeitgeist entspricht und wächst, allerdings überwiegend auf der Seite der (Semi-) Institutionellen Anleger. Zudem wird nach ihrer Einschätzung nur dann gekauft, wenn die Performance mit vergleichbaren Anlageformen Schritt halten kann. Den Vorteil nachhaltiger Investmentprodukte im Geschäftsalltag sehen die Initiatoren und Verwalter weniger auf der Absatzseite als vielmehr in der Bestandstreue und Intensität der Beziehung zu den Kunden. Will sagen: nachhaltige Investments werden von den Anlegern aufgrund höherer Identifikation mit dem Thema in Krisenzeiten weniger schnell abgestoßen als konventionelle. Unter dem Motto "Sustainability-Investments in Deutschland: eine Standortbestimmung", hatte das Erschienen waren
Nach der Absatzsituation nachhaltiger Investments in Deutschland befragt, zeigten sich die Experten verhalten optimistisch. So berichtete beispielsweise der Fondsmanager des Pioneer Global Ecology, Thomas Zimmermann von einer gewissen Belebung des Geschäfts zum Jahreswechsel, nachdem das Jahr 2009 per Saldo eher ereignislos verstrich. Die Verunsicherung der Marktteilnehmer im Zuge der Finanzkrise wirkt nach. Zudem begegnen die Experten nach wie vor einer latenten Skepsis, die den von ihnen verfolgten Strategien entgegen gebracht wird, wie Florian Sommer zu berichten wusste. Vanyo Walter, Country Head Deutschland bei Pictet Funds verwies unter Zustimmung der Kollegen zudem auf die Tatsache, dass die Nachfrage im engeren Sinne eher institutionell getrieben sei. Andreas Knörzer, Leiter des nachhaltigen Fondsmanagements bei Sarasin unterstrich diese Auffassung mit Hinweis auf stabile Mittelzuflüsse in seine Fonds, die nach seinen Ausführungen jedoch in hohem Maße auf erteilte Mandate institutioneller Anleger zurückzuführen sind sowie auf Empfehlungen des hauseigenen Private Banking, dessen Asset Allocation mittlerweile ausnahmslos auf Basis nachhaltiger Investments erfolgt. Die Käufer orientieren sich neben der Stringenz nachhaltiger Ansätze vor allem an deren Wertentwicklung. Mit Blick auf die Allokationen in konventionellen Dachfonds erkennen die Verwalter zwar Interesse an der Nachhaltigkeit artverwandter Themenfonds wie z.B. Neuen Energien, nicht aber an klassischen Best-in-Class- oder gar Sustainable-Leader-Funds. Privatanleger steuern nach Ansicht der Experten die Sustainable Investments im Regelfall weniger und eher über langfristige Sparpläne als über Einmalanlagen an, was den Managern angesichts planbarer Mittelentwicklungen und geringerer Fluktuation durchaus gelegen kommt. An der Aufklärung in Sachen "Sustainability" kann die geringe Nachfrage der privaten Anleger und unabhängigen Vermittler nach entsprechenden Investments in den Augen der Gesprächspartner allerdings nicht liegen. Das reichhaltige Angebot an Informationsunterlagen, Studien, Veranstaltungen und Medienbeiträgen legt nach Ansicht der Initiatoren eher den gegenteiligen Schluss nahe, dass die Thematik in Zukunft noch kompakter und verständlicher aufbereitet werden muss. Das Angebot von, auf nachhaltige Strategien spezialisierter Fonds wächst nach Einschätzung von Jörg Weber, Herausgeber des Branchendienstes "Ecoreporter.de" derzeit auch weiterhin. Der Fokus liegt dabei nach wie vor auf aktienbasierten Strategien mit und ohne Risikokontrollsystemen, wenn auch allgemein anerkannt wurde, dass zunehmend mehr Assetklassen abgedeckt werden, wie die Auflage zahlreicher nachhaltiger Rentenfonds in der jüngeren Vergangenheit belegt. Allerdings will Weber erkannt haben, dass immer häufiger neue Anbieter gleich mit diversen Produkten und der Hoffnung auf rasche Mittelzuflüsse schnell in den Markt gehen, sich aber auch genauso zügig wieder verabschieden, da sie die nötige Geduld vermissen lassen. Der schnelle Euro kann hier auf der Anbieterseite nicht gemacht werden. Die zwischenzeitlich ausgebrochene Diskussion über die Qualität verschiedener Nachhaltigkeitsstrategien sei dem Leser an dieser Stelle erspart. Interessanterweise mündete sie aber in der Frage, ob ein Anbieter neben der Nachhaltigkeit der Mittelverwendung (Investition) auch die Nachhaltigkeit der Herkunft der Gelder berücksichtigen müsse. Hier wichen die Meinungen teilweise deutlich von einander ab. Während Dr. Karl Heinz Brendgen sich dafür einsetzte, auf diesen Aspekt zu achten, erklärten andere Gesprächsteilnehmer nicht zuletzt mit Verweis auf mangelnde Kontrollmöglichkeiten und unterschiedlich ethische Auffassungen, diesem Kriterium abseits krimineller Tatbestände keine Aufmerksamkeit zu schenken. Die meisten Initiatoren verstehen sich in diesem Zusammenhang anscheinend eher als Serviceprovider ohne politisches Sendungsbewusstsein, wie es Andreas Knörzer zumindest für sich und sein Team formulierte. Mit Blick auf die Ratings wünschen sich die Investmenthäuser eine stärkere Integration nachhaltiger Strategieaspekte in die bestehenden Analyseprozesse der Agenturen. Die Grundlagen können spezialisierte Dienstleister wie Sustainalytics schon heute leisten. Sie erfahren allerdings bisher wenig Berücksichtigung in den auf Fonds spezialisierten Häusern und beschränken sich zumeist auf die Frage: "sustainable ja/nein?" Abschließend nach der Rolle des Gesetzgebers und dem Wunsch nach Förderungen oder verbesserten Rahmenbedingungen befragt, sahen die Experten den Staat weniger in der Pflicht als vielmehr die Gesellschaft und die Branche selbst. "Der Staat ist nach meiner Meinung nicht dazu da, den Bürgern zu erklären, wo sie ihr Geld investieren sollen", erklärte Tjark Goldenstein ohne Widerspruch in der Runde auszulösen.
Wir kommentieren das Gespräch wie folgt: |


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