| Absolute Return 2.0: Lektion gelernt? |
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19. November 2010 im Gästehaus Petersberg
Die Vorträge zum Download, bitte hier klicken... Petersberger Treffen 2010 „Absolute Return 2.0: Lektion gelernt?“Absolute Return 2.0 - absolut unterschiedliche Strategien mit absolut unterschiedlichen Ergebnissen. So könnte man kurz und knapp das Petersberger Treffen 2010 von Drescher&Cie zusammenfassen. Doch das würde den facettenreichen und interessanten Beiträgen und Diskussionen der hochrangigen Referenten nicht gerecht, in deren Genuss die mehr als 350 Teilnehmer der Veranstaltung kamen.Selten dürfte sich mit den 12 anwesenden Diskussionspartnern ein größeres die Thematik "Absolute Return" betreffendes Fachwissen versammelt haben. Erschienen waren zur Konferenz Hugh Prendergast (Pioneer), Eric le Coz (Carmignac), Dr. Bert Flossbach (Flossbach & von Storch), Eckhard (Sauren), Arne Sand (Smart Invest), Gregor Hirt (Schroders), Marcel Schnyder (LGT), Sarah Arkle (Threadneedle), Luca Pesarini (Ethna), Mario Zambrino (BNP), Robert Mullane (Goldman Sachs) und Wilhelm Schäfer (C-Quadrat). Die Vielzahl der Referenten unterstrich auch die Vielfalt der in Absolute Return Fonds verfolgten Strategien. Absolute Return-Fonds versprechen positive Renditen, egal ob es an den Märkten auf- oder abwärts geht. Einig war sich die Runde, dass den Fonds die Zukunft gehört. "Absolute Return wird die Anlagelandschaft bereichern", sagte etwa Eckhard Sauren. Immer mehr Strategiefonds mit vermögensverwaltendem Charakter werden aufgelegt. Die Anlagemöglichkeiten sind dabei fast unbegrenzt. Ob Währungen, Anleihen, Emerging Markets oder auch Volatilität - Ideen gibt es genug. Deutlich wurde aber auch, dass mit dem Etikett "Absolute Return" viele Rentenfonds, etliche Mischfonds und sogar einige Aktienfonds unterwegs sind. Doch auch fast alle Fonds, die alternative, nicht-direktionale Strategien verfolgen, können die Bezeichnung "Absolute Return" für sich reklamieren, denn ihr Ziel ist es ja gerade, sich fallenden Märkten zu entziehen. Diese Fonds haben nicht nur die klassischen Wahlmöglichkeiten zwischen ("Long-") Investment und Barreserve, sondern besitzen mittels derivativer Instrumente auch die Möglichkeit "short" zu gehen, also von fallenden Kursen zu profitieren. Die Nachfrage ist da. Die Investoren sehen sich seit der Finanzkrise 2008 verstärkt nach Produkten um, die sich absoluten Renditen verschrieben haben. Das Motiv: Die Fonds sollen dem Berater und den Anlegern die Detailentscheidungen hinsichtlich der Strategieauswahl, der Asset Allokation und des Timings abnehmen. Absolute Return-Strategien mit nachhaltiger und guter Erfolgsbilanz dürften bei Investoren künftig stärker punkten können. Denn das anhaltende Niedrigzinsumfeld macht es für Investoren zunehmend schwieriger, attraktive Renditen mit Renten zu erzielen. Reine Aktieninvestments dagegen sind für viele Investoren aufgrund ihrer hohen Volatilitäten zu riskant. Zwischen Juni 2007 und Juni 2010 wurden zwar 96 Absolute-Return-Fonds geschlossen, gleichzeitig legten die Investmenthäuser 172 neue Produkte auf, wie eine aktuelle Untersuchung von Lupus Alpha zeigt. Insgesamt sind in Deutschland inzwischen 308 Fonds dieser Kategorie zum Vertrieb zugelassen, die aktuell zusammen knapp 21 Mrd. Euro verwalten.Die Leistungsunterschiede der Produkte sind aber enorm. Auf Sicht von drei Jahren verloren die Produkte laut Lupus Alpha im Schnitt jährlich 0,3 Prozent an Wert. Nur jeder zweite Fonds erwirtschaftete in den vergangenen drei Jahren ein Plus. Absolute Return-Strategien konnten sich also auch den heftigen Marktkrisen nicht ganz entziehen. Im ersten Halbjahr 2010 reichte die Streuung bei der Rendite sogar von plus 24,2 Prozent bis zu minus 16,7 Prozent. Die durchschnittliche Performance lag bei 0,07 Prozent. Aktienmärkte wie der Euro Stoxx 50 lagen allerdings in diesem Zeitraum bei minus 11,13 Prozent. Doch offenbar haben aber nicht alle der Marktteilnehmer im Hinterkopf, dass sich Chancen und Risiken auch bei den Absolute-Return-Produkten der neueren Generation gegenseitig bedingen und dass es auch an der Börse wie im Spielcasino kein sicheres System gibt. "Das Grundgesetz der Geldanlage ist weiter voll intakt: Mehr Rendite geht nur mit mehr Risiko", sagte Arne Sand. Die Enttäuschung hoher Erwartungen sei deshalb programmiert. Der Vermarktung, da waren sich viele der Experten einig, kommt auch deshalb eine große Bedeutung zu. Aufklärungsarbeit ist in jedem Fall zu leisten: "Die größte Herausforderung ist meiner Ansicht nach nicht das Managen in Abwärtsphasen. Wir müssen den Kunden vielmehr klarmachen, was für ein maximales Risiko drohen kann", sagt Pioneer-Manager Hugh Prendergast. Es seien in der Vergangenheit aber oft falsche Erwartungshaltungen beim Anleger geweckt worden. "Es ist deshalb wichtig zu erklären, dass es ein größeres Managerrisiko gibt als bei vielen konventionellen Fonds. Außerdem sollte der Kunde wissen, wie die Strategie funktioniert." "Die Fonds haben einen höheren Erklärungsbedarf, machen aber aus Diversifikationsgründen im Portfolio Sinn", bekundete auch Eckhard Sauren. Im Gegensatz zu älteren Produkten, die vor allem als Multi-Asset-Fonds daher kamen, zeichnen sich die neuere Generation der Produkte, also 2.0, durch innovative Strategien aus. Dabei greifen die Manager vor allem auf den Einsatz von derivativen Instrumenten zurück. "Derivative Instrumente sind für uns sehr wichtige Hilfsmittel", sagt etwa Le Coz von Carmignac und erhielt breite Zustimmung. "Hedgefonds-Instrumente eignen sich nicht nur für Hedgefonds." "Mit Derivaten kann man hohe Verluste und Cashlocks verhindern", sagt auch Mario Zambrino von BNP Paribas. Aber man müsse auch klar kommunizieren, dass es dann keine 100-prozentige Partizipation nach oben gebe. Das sei vielen aber nicht klar. Mit dem Einsatz der Derivate verändert sich aber auch die Produktlandschaft. Absolute Return-Produkte der neueren Generation beinhalten immer häufiger Hedgefonds-Strategien im UCITS III-Mantel. "Etwa 50 Prozent der Hedgefondsmanager planen die Auflage von regulierten Fonds im UCITS-Mantel oder haben bereits entsprechende Produkte aufgelegt", sagte Sauren. Großer Vorteil: Die Anbieter erschließen sich auf diesem Wege neue Kundenkreise, die Investoren selbst können in Produkte investieren, für die es für sie bislang keinen Zugang gab. Für den Berater und den Anleger bedeutet das aber auch, dass die Suche nach dem richtigen Produkt noch aufwändiger wird. "Besondere Strategien erfordern besondere Analysen", so Sauren. "Absolute Return ist nichts anderes als making money", sagte Bert Flossbach. Dass es aber nicht immer gelingt, hat für den Vermögensverwalter einen triftigen Grund: "Die meisten Manager schielen doch immer noch auf eine relative Benchmark." Und er ergänzte: " Wir sind bei Flossbach & Storch sogar schon eine Stufe weiter, wir sind schon bei Absolute Return 3.0. Denn der nominale Kapitalerhalt reicht nicht mehr aus", sagt Flossbach. In Anbetracht der zu erwartenden Inflationsraten gehe es vielmehr darum, das Vermögen der Kunden real zu erhalten. Darum setzt er vor allem auf Sachwerte wie Gold, Aktien und Wandelanleihen. Auch Eric le Croz plädierte für einen flexiblen Managementansatz: "Es ist wichtig keine Benchmark zu haben, an der man sich orientieren muss und man sollte die Volatilität nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance sehen." Auch der Betrachtungszeitraum spiele für den erfahrenen und erfolgreichen Fondsmanager eine wichtige Rolle: "Es ist falsch, Erfolge von Absolute-Return-Konzepten immer auf einen 12-Monats-Zeitraum zu begrenzen." Besser und richtiger sei es, nach 5 Jahren zu schauen, ob es eine absolute Rendite gab. Arne Sand von Smart Invest bestärkte die Zuhörer darin, sich von der Kurzfristbetrachtung zu lösen: "Erfolgreiche Fonds haben ihr Geld in den letzten sieben Jahren verdoppelt." Da sei es unerheblich, dass man vielleicht kurzfristig mal hinterherhinke. Und abschließend bleibt für ihn zudem die weitere Zukunft der Absolute-Return-Produkte ungewiss. "Der Absolute Return Ansatz kann bei steigenden Märkten unter Umständen schnell wieder in den Hintergrund treten. Gier ist bekanntlich stärker als Angst" erklärte er. Und Pesarini ergänzte, "bei einem DAX von 8000 Punkten werden Langweiler wie ich bestimmt nicht mehr zu derartigen Konferenzen eingeladen". Ehemalige Ankündigung: Das diesjährige Petersberger Treffen, am 19. November 2010, hat sich der Thematik "absoluter Renditen" verschrieben und geht der Frage nach, wie sie erzielt werden können und welche Erwartungshaltung Anleger an entsprechende Produkte haben dürfen. Schon einmal, kurz nach dem Jahrtausendwechsel erblickte eine ganze Welle gleichnamiger Fonds das Licht der Welt und stieg angesichts der am Markt gesammelten Erfahrungen in der Gunst der Anleger. Mehrheitlich wurden die Konzepte den Ansprüchen aber in der Folgezeit nicht gerecht und enttäuschten. Viele "Absolute-/ Total- Return Fonds", mit deren Ergebnissen sich die Anbieter nicht mehr konfrontieren lassen wollten, wurden sogar schon wieder aufgelöst. Seit einigen Jahren entsteht nun der Eindruck, eine "zweite Generation" und damit eine "Weiterentwicklung" der ersten Produkte könnte den ewigen Wunsch der Anleger nach kontinuierlichen risikolosen positiven Renditen nun endlich erfüllen. Wurde die Lektion verstanden? Referentenliste:
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