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| Asien, wie weit springen Tiger u. Drachen? |
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19. November 2004, Gästehaus Petersberg
Am 19. November 2004 fand zum sechsten Mal das "Petersberger Treffen" statt. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto "Asien: Wie weit springen Tiger und Drachen?". Neun Fondsmanager waren der Einladung gefolgt, referierten über ihre ganz persönlichen Einschätzungen und diskutierten mit uns engagiert die Zukunft Asiens, sowie die Chancen und Risiken fernöstlicher Investments. Mehr als 300 Teilnehmer des Treffens verfolgten die Vorträge und Diskussionen aufmerksam und nutzten die Gelegenheiten in den Pausen zum ungezwungenen Dialog mit den Referenten und zum Erfahrungsaustausch untereinander. Mit den folgenden Gästen: F. Wenzel, AXA Investment Managers, Senior Investment Strategist Julian Mayo, Charlemagne Capital, Director Charlemagne Capital (UK) and member Portfolio Management Team Michael Hasenstab, Franklin Templeton Investments, Portfoliomanager, Analyst, International Bond Department, San Mateo, Kalifornien Adam Matthews, JP Morgan Fleming Asset Management, Portfoliomanager Paul Danes, Nordea Investment Funds S.A., Portfoliomanager Nordea 1 Japanese Value Fund Charles Lo, RCM Allianz Dresdner Asset Management Hong Kong, Senior Fondsmanager China Roger Nightingale, Berater Bank Sarasin & Cie Masato Degawa, Société Générale Yamaichi Asset Management, Head of Investment Management, Chief Investment Officer Rajiv Jain, Vontobel Asset Management, First Vice President and Managing Director W. Schmickler, eine großartige Einführung, Danke. Die Konferenz bot neben einer Einordnung der asiatischen Region in den volkswirtschaftlichen globalen Gesamtzusammenhang, auch Schlaglichter auf Länder- und Branchenspezifische Entwicklungen. Wenn es überhaupt möglich ist, die Informationsflut, die das Petersberger Treffen bot, in ein Fazit zu pressen, so war es die einhellige Einschätzung, dass es in der Zukunft alleine schon aus Gründen der Diversifizierung riskanter ist, die asiatische Region nicht in den Portfolios zu berücksichtigen, als in sie zu investieren.
Wer das nicht versteht, läßt sich eine der interessantesten Wachstumsstories dieses Jahrhunderts entgehen und muß sich einfach einmal vorstellen, er müsste auf alles verzichten, was in Asien hergestellt wird oder auf den örtlichen Traditionen beruht. Er würde nicht nur auf Frühlingsrollen, Curry und Sushi vermissen, viele Garagen blieben leer (Mitsubishi, Toyota, Nissan), die Hälfte der Computer würde nicht mehr funktionieren, da die Microships fehlen und um Hifi, Video, Handy und TV wäre es ganz schlecht bestellt. Die Reihe ließe sich noch lange fortsetzen. Wer asiatische Produkte kauft, kann dort auch investieren! Auch dann, wenn den Chancen nicht unerhebliche Risiken gegenüber stehen. Beispielhaft seien hier marode Bankkredite, politische Prozesse und sowohl ethnische als auch militärische Spannungen angeführt.
Wie interessant die Region ist, sei am Beispiel Chinas erklärt: Offiziell beträgt die Größe der US-Wirtschaft aktuell 11 Billionen US-Dollar, das Bruttoinlandsprodukt Chinas 1,2 Billionen Dollar. Die US-Wirtschaft ist also 10 mal größer, als die chinesische. Dabei sind Chinas Märkte heute schon größer als die amerikanischen. China produziert heute schon mehr Stahl als die USA und Japan zusammen und importiert obendrein noch Stahl. Es stellt jährlich mehr Kühlschränke, Motorräder, Fernsehgeräte, Videorecorder, Handys und Waschmaschinen her, als die USA. Das Land ist auf dem Weg, die USA als wichtigstes Exportziel abzulösen.
Das hat weitreichende wirtschaftliche und geopolitische Konsequenzen. Am Ende hängen die asiatischen Volkswirtschaften wesentlicher stärker vom chinesischen Wirtschaftszyklus ab, als vom amerikanischen. Spätestens dann werden westliche Volkswirte mehr auf die chinesischen Marktdaten blicken müssen, als auf die amerikanischen. Dabei sieht der MSCI World Index für Japan gerade einmal eine Gewichtung von 8,7% vor und für den Rest Asiens von 3,4%. Wer der Benchmark folgt, hat also 54% seiner Mittel in den USA investiert und nur 12,4% seines Vermögens in der Region, die bereits heute den wahrscheinlich größten Wirtschaftsblock darstellt. Die Repräsentanz Asiens im MSCI World Index von gerade einmal knapp 13% (inklusive Japans) erscheint angesichts der Bedeutung des sich abzeichnenden größten Wirtschaftsblocks der Welt mehr als unverständlich.
Die anwesenden Fondsmanager plädierten für Investments, die geografisch flexibel, also nicht auf ein Land fixiert sind. Eine indirekte Partizipation am asiatischen Wirtschaftswachstum sahen sie in Rohstoffinvestments. Zum asiatischen Rentenmarkt befragt, empfahlen sie die Beimischung entsprechender Fonds in den Portfolios der Anleger, wiesen aber darauf hin, dass die in diesem Zusammenhang eingegangenen Risiken denen der Aktien nicht unähnlich sind. Nicht zuletzt die jährlich steigenden Besucherzahlen und das außerordentliche Engagement der unterstützenden Investmentgesellschaften, die ihre Fondsmanager teilweise nur für die Veranstaltung extra aus Asien einfliegen ließen, zeigt die wachsende Bedeutung, die dem Petersberger Treffen als Insider- und Branchen-Meeting mittlerweile zukommt. Das Treffen ist zu einer festen Größe avanciert, die Maßstäbe setzt.
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